Satya im Alltag: wahrhaftig sein
- Andrea Gutermuth
- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn wir an Yoga denken, denken viele zuerst an Bewegung auf der Matte. An Atmen, Dehnen, Kräftigen. Für mich gehört Yoga aber auch zum Alltag – zu dem, wie wir leben, wie wir sprechen und wie wir mit uns selbst umgehen.
In diesem Beitrag geht es weiter mit meiner kleinen Reihe zur Yogaphilosophie. Heute schauen wir uns das zweite Prinzip der Yamas an: Satya.

Was bedeutet Satya?
Satya wird oft mit Wahrhaftigkeit oder Ehrlichkeit übersetzt.
Für mich bedeutet es vor allem: authentisch sein. Mich so zu zeigen, wie ich bin. Ohne mich in fremde Hüllen zu stecken, um zu gefallen, dazuzugehören oder Erwartungen zu erfüllen.
Das klingt erstmal einfach. Ist es aber im Alltag oft nicht.
Wo uns Satya im Alltag begegnet
Satya begegnet uns nicht nur in großen Gesprächen oder wichtigen Entscheidungen. Es steckt vor allem in den kleinen Momenten.
Zum Beispiel dann, wenn wir:
zustimmen, obwohl wir eigentlich innerlich Nein spüren
uns zurückhalten, um es für andere leichter zu machen
uns anpassen, obwohl es sich nicht stimmig anfühlt
Oft passiert das ganz automatisch. Im Autopilot. Und ja – das kann rücksichtsvoll sein.
Gleichzeitig ist es für uns selbst manchmal anstrengend. Denn sich dauerhaft zu verbiegen kostet Kraft. Es kostet Energie.
Satya lädt uns ein, da genauer hinzuschauen.
Zwei Fragen, die helfen
Wenn du Satya im Alltag üben möchtest, helfen oft schon diese zwei Fragen:
Was ist gerade wirklich wahr für mich?
Wie kann ich aufrichtig sein und mich so zeigen, wie ich bin?
Allein dieses kurze Innehalten kann schon etwas verändern. Es bringt dich raus aus dem Autopilot und zurück in den Kontakt mit dir selbst.
Und wenn wir das zulassen, kann daraus etwas entstehen, das viele überrascht: Leichtigkeit.
Satya und Ahimsa: Wahrheit braucht Freundlichkeit
Ehrlich sein ist nicht immer leicht. Vor allem dann nicht, wenn wir Angst haben, jemanden zu verletzen. Oder wenn wir Konflikte vermeiden wollen.
Und genau hier hilft der Blick auf das erste Yama: Ahimsa – das Nicht-Verletzen, die Freundlichkeit. Satya bedeutet nicht, alles rauszuhauen, was uns gerade durch den Kopf geht.
Es geht nicht um Härte. Es geht um Wahrhaftigkeit – und um ein gutes Maß. Ein altes Sprichwort hilft mir dabei sehr:
Wenn du überlegst, etwas zu sagen, überlege erst: Ist es wahr?
Wenn es nicht wahr ist, dann schweige. Ist es hilfreich?
Wenn es nicht hilfreich ist, dann schweige.
Ist es nutzbringend? Wenn es nicht nutzbringend ist, dann schweige.
Manchmal ist Schweigen die freundlichere Form von Wahrhaftigkeit.
Und wenn du sprichst: Sprich die Wahrheit.
Satya ganz praktisch: klein anfangen
Satya muss nichts Großes sein. Du musst nicht sofort „alles ändern“ oder plötzlich völlig anders auftreten. Fange klein an:
mit einem ehrlichen Satz zu dir selbst
mit einem klaren Nein, ohne Erklärung
mit einem Ja, das du wirklich meinst
mit einem Moment, in dem du aufhörst, dich zu verstellen
Im nächsten Blogbeitrag erzähle ich dir mehr über das nächste Yama und darüber, wie du diese Impulse aus der Yogaphilosophie Schritt für Schritt in deinen Alltag mitnehmen kannst.





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