Ahimsa im Alltag: Freundlichkeit üben – auf der Matte und im Leben
- Andrea Gutermuth
- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn wir an Yoga denken, kommt uns oft zuerst die Bewegung in den Sinn. Der Körper in einer Haltung oder der Atem. Und doch ist Yoga mehr als das, was wir auf der Matte üben.
Für mich gehört Yoga genauso in den Alltag. In Gespräche und Gedanken und in die Art, wie wir mit uns selbst und mit anderen umgehen.
In diesem Beitrag möchte ich einen Gedanken aus der Yogaphilosophie mit dir teilen: Ahimsa.

Woher Ahimsa kommt
Eine der wichtigsten Quellen des Yoga ist das Yoga Sutra von Patanjali. Darin wird Yoga als ein Weg beschrieben, der uns nicht nur körperlich, sondern auch im Leben begleiten kann. Dieser Weg wird der achtgliedrige Pfad genannt.
Die ersten beiden Schritte dieses Pfades heißen Yamas und Niyamas. Sie geben uns einfache, zeitlose Impulse dafür, wie wir mit anderen und mit uns selbst umgehen.
Ahimsa ist eines dieser grundlegenden Prinzipien. Übersetzt wird es meist mit Nicht-Verletzen oder Gewaltlosigkeit. Für mich bedeutet es vor allem: freundlich sein.
Ahimsa auf der Yogamatte
Auf der Matte zeigt sich Ahimsa ganz konkret im Umgang mit dem eigenen Körper.
Wir üben hinzuspüren:
Wo fühlt sich eine Bewegung gut an?
Und wo beginnt sie, zu fordern?
Manchmal ist es genau dieser Moment, in dem wir einen Schritt zurückgehen, der die Praxis verändert. Eine Pause einlegen. Eine Haltung abwandeln. Den Punkt respektieren, an dem der Körper leise „Nein“ sagt.
Diese Art des Hinspürens ist etwas, das wir mitnehmen können – weit über die Matte hinaus.
Ahimsa im Alltag
Ahimsa hört nicht auf, wenn die Stunde vorbei ist. Es zeigt sich auch in unserer Sprache. In den Worten, die wir wählen, wenn wir miteinander sprechen. Und in den Gedanken, die wir über uns selbst haben.
Viele von uns kennen diesen inneren Kritiker, der schnell laut wird, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben.
Auch hier lädt uns Ahimsa dazu ein, einen Moment innezuhalten.
Manchmal reicht ein bewusster Atemzug.
Oder ein freundlicher Satz zu dir selbst, statt ein strenges Urteil.
Ahimsa beginnt oft genau hier: im Ton, den wir uns selbst gegenüber anschlagen.
Übung statt Perfektion
Ich finde, es ist nicht immer leicht, im Alltag sanft und freundlich zu bleiben. Gerade dann nicht, wenn es stressig wird oder wir unter Druck stehen.
Dazu passt dieser Satz des bekannten Yogalehrers Sri K. Pattabhi Jois sehr gut:
„Practice and all will come.“
Für mich heißt das: Dranbleiben. Immer wieder zurückkehren: Zu dir. Zu deinem Atem. Zu einer freundlicheren Haltung. Schritt für Schritt - mit Geduld und Freundlichkeit.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Beiträgen nehme ich dich weiter mit durch die Yamas und Niyamas. Nicht als Regeln, sondern als kleine Anstöße, die dich im Alltag begleiten können.





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